Der Verkauf von Hessnatur – eine Chronik

Wenn Nachhaltigkeit auf Turbokapitalismus trifft (Utopia.de)

Der pleitegegangene Arcandor Konzern hat Hessnatur, das Versandhaus für Naturmoden, an den Schweizer Investor Capvis verkauft. Die eigens gegründete Genossenschaft aus Mitarbeitern und Verbrauchern, HnGeno, ist mit ihrem Übernah-megebot gescheitert. Damit nimmt ein mehrjähriger Konflikt ein zweifelhaftes Ende, in dessen Zentrum die Frage stand: Nachhaltigkeit und Turbokapitalismus – passt das zusammen? In einer Chronik fassen wir die verworrenen Entwicklungen zusammen und schaffen einen Überblick, der die Antwort erleichtern soll. Bei Utopia.de weiterlesen

Solidarisches Wirtschaften und Leben

In einer Serie stellt das Nordwestradio Initiativen und Konzepte zu solidarischem Wirtschaften und Leben vor. Unter Anderem werden Beispiele der Solidarischen Landwirtschaft, das “Village Konzept” und andere solidarische Projekte unter die Lupe genommen. Lest und hört selbst!

“Der entfesselte Kapitalismus führt sich selbst ad absurdum. Das sagen nicht nur die Anhänger der Occupy-Bewegung, sondern  auch viele Wirtschaftsfachleute. Wie aber  könnte besser gewirtschaftet werden? Wie können Menschen den Lebensalltag in den Städten solidarisch organisieren? Weiterlesen

“Eine andere Welt ist pflanzbar!”

Gemeinschaftsgärten

Gemeinschaftlich bewirtschaftete Gärten – die es weltweit, in Städten und auf dem Land gibt – stellen eine Form von solidarischem Wirtschaftskreislauf dar. Es geht in der Regel darum, bislang ungenutzte Flächen kreativ und für die in der Umgebung lebenden Menschen sinnvoll zu nutzen – also zum Beispiel, um dort Lebensmittel anzubauen und zu ernten oder Blumen zu pflanzen, um das Stadtbild zu verschönern. In einem Gemeinschaftsgarten nutzt also eine Gruppe von Menschen (die natürlich kunterbunt zusammengesetzt und verschieden groß sein kann) einen Flecken Erde, der andernfalls vermutlich ungenutzt wäre oder aber marktwirtschaftlichem Nutzen unterstellt werden würde. Informiert euch zum Beispiel hier genauer über Gemeinschaftsgärten.

Was ist Regiogeld?

Regiogeld oder auch Regionalgeld ist ein relativ junges Phänomen in der Ökonomie. Seitdem im Jahr 2003 der Chiemgauer am Chiemsee gestartet ist, hat das Projekt zahlreiche Nachahmer gefunden und die Vorstellungen davon, wie Geld funktionieren kann, enorm bereichert. Regiogeld ist ein für eine Region konzipiertes Zahlungsmittel, welches zusätzlich zum Euro eingesetzt wird. In diesem Kurzfilm wird die Funktionsweise und die Auswirkungen von Regiogeld kurz und bündig erklärt. Mit freundlicher Genehmingung des Portals www.regionalentwicklung.de können wir ihn hier posten!

 

Literaturtipp: Economie sociale – Eine Alternative zum Kapitalismus (Thierry Jeantet)

“Hat der Kapitalismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen die ideologische Schlacht gewonnen, indem er vorgibt, Wirtschaftswachstum und sozialer Fortschritt seien die Früchte der Akkumulation von Kapital? Warum unaufhörlich die Börsenkurse wiederholen, direkt oder über alle Medien, statt der Zahl der zerstörten Hektar Waldfläche im Amazonasgebiet, der Zahl der unterernährten Kinder oder der Erdbewohner, die unterhalb der Armutsschwelle leben? Seit dem Fall der Berliner Mauer haben die Alternativen zum Kapitalismus die größten Schwierigkeiten, sich als glaubwürdige Gegenvorschläge zu behaupten und scheinen sich auf Protesterklärungen zu beschränken. Dennoch existieren als Teil der Marktwirtschaften (des Nordens und des Südens) Unternehmen und ganze Zweige von produktiven Tätigkeiten, die nach anderen Prinzipien geleitet werden, die eine lebendige Demokratie vorleben und Reichtum zum Nutzen der Allgemeinheit einsetzen. Diese personenbezogenen Unternehmen sind unter dem Begriff “Economie Sociale” bekannt. Sie führen auf weltweiter Ebene Vereinigungen auf Gegenseitigkeit, Genossenschaften, Vereine und Stiftungen zusammen. Angesichts eines zunehmend zerstörerischen Finanzkapitalismus zu Lasten der Bürger müssen diese von ihrer Geschichte her wenig publizitätsfreudigen, manchmal aber mächtigen Unternehmen im 21. Jahrhundert ihre Stimme erheben. Dieses Buch zeigt, dass in einer pluralistischen Welt die Economie Sociale eine moderne, bereits lange im Praxistest erprobte Antwort auf die Erwartungen der Bürger ist.”

Economie sociale – Eine Alternative zum Kapitalismus (Thierry Jeantet).             114 Seiten, 16 €, aus dem Französischen übersetzt von Hans-H. Münkner, Marburg, 2010.

Literaturtipp: Urban Gardening (Christa Müller)

Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt

“Ein gesellschaftspolitisches Begleitbuch zur Stadtacker-Bewegung: Globalisierungsabkehr, Revival des Lokalen, Ressourcenschonung, das Theoriefeld ist gut bestellt. (Spiegel online)

Der Garten als weltabgewandtes Refugium im Privaten war gestern. In diesem Buch ist die Rede von Gärten, die sich der Welt zuwenden. Sie boomen ausgerechnet dort, wo es laut, selten beschaulich und zuweilen chaotisch zugeht: mitten in der Stadt. Beim Anbau von Tomaten und Karotten suchen die Akteure der neuen Gartenbewegung die Begegnung mit der Natur – und mit Gleichgesinnten. Sie gestalten gemeinschaftlich einen innerstädtischen Naturerfahrungsraum, beleben die Nachbarschaft, essen zusammen und empfehlen sich der Kommunalpolitik als kompetentes Gegenüber in Sachen Stadtplanung. Mit dem Versiegen des Erdöls steht nicht nur die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion zur Disposition. Auch die moderne Polarität von Stadt und Land erhält Risse. Das Buch wagt die Diagnose, dass in den westlichen Großstädten ein verändertes Verständnis von Urbanität entsteht, für das die neuen Gärten mit ihren Kulturen des Selbermachens und der Re-Etablierung von Nahbezügen eine Vorreiterrolle spielen.”

Urban Gardening (Christa Müller). 352 Seiten, oekom verlag München, 2011. 19.95 €