10 wichtige Prinzipien der Solidarischen Ökonomie

Solidarisches Wirtschaften: Die Wirtschaft muss auf den Werten der Solidarität und Kooperation aufgebaut sein, anstatt sich an Gewinnmaximierung und Konkurrenzstreben zu orientieren.

Ökologische Nachhaltigkeit: Ein respektvoller Umgang und Austausch mit der Natur sind Grundvoraussetzung dafür, dass heutige und zukünftige Generationen leben können. Die natürlichen Ressourcen der Erde dürfen nicht restlos ausgebeutet werden. Energie- und Ressourcenverbrauch der Menschen müssen also nachhaltig zurückgefahren und alternative, erneuerbare Energieformen genutzt werden. Diese dürfen die soziale Gerechtigkeit nicht gefährden.

Soziale Gerechtigkeit: Ein gerechtes Wirtschaftssystem darf nicht auf der Ausbeutung einiger Menschen zur Bereicherung anderer Menschen beruhen. Es muss helfen, Armut zu reduzieren und die absurde Kapitalakkumulation zu verhindern. Produktionsstrukturen und Löhne müssen gerecht sein, Gewinne geteilt, Risiken gemeinsam getragen werden. SÖ kann also sozialer Ausgrenzung entgegenwirken, indem sie faire Arbeit und faires Einkommen schafft, und somit materielle Ungleichheiten ausgleicht.

Demokratie und Partizipation: Die Mitbestimmung aller Mitglieder einer Gesellschaft ist tragendes Element für eine gerechte Gesellschaftsstruktur. Wichtige Organe – Verhandlungs- und Entscheidungsgremien, Firmen, Aktionsgruppen uvm. – müssen also demokratisch und transparent gestaltet sein. Die Partizipation (Teilnahme, Mitgestaltung, Mitsprache) der Einzelnen ist wichtig, um einen permanenten und gerechten Gestaltungsprozess am Laufen zu halten.

Selbstverwaltung: Damit alle dieselben Möglichkeiten zur Mitgestaltung haben, gibt es keine(n) Vorgesetzte(n), keine Chefs, die als Arbeitgebende Entscheidungen über die Entlohnung der Arbeitnehmenden fällen. Stattdessen verwalten die Mitglieder eines solidarischen Unternehmens alle Strukturen selbst und teilen die Verantwortungen.

Mensch im Mittelpunkt jeglichen Wirtschaftens: Der Mensch als Subjekt steht im Mittelpunkt wirtschaftlicher Aktivität, anstelle von individuellem Gewinn- und Machtstreben. Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht für das Geld.

Gendergerechtigkeit: Niemand darf aufgrund von Geschlecht und/oder anderer Charakteristika diskriminiert oder übervorteilt werden.

„Regionalisierung“ von Wirtschaftskreisläufen: Um Gewinne nicht übermäßig aus einzelnen Regionen abzuschöpfen, müssen regionale Wirtschaftskreisläufe gefördert werden. Dies trägt sowohl zur sozialen und ökonomischen, als auch zur ökologischen Nachhaltigkeit bei. Lokale und regionale Unternehmen werden verstärkt in Produktionsketten eingebunden. Produktionsketten werden dadurch verkürzt, was sich wiederum positiv auf die Umweltbilanz auswirkt, da übermäßig lange Transportwege reduziert werden.

Kritischer Konsum: Bewusster und kritischer Konsum, der die Prinzipien der solidarischen Ökonomie berücksichtigt und unfaire Produktionsbedingungen hinterfragt, trägt zur Emanzipierung der Gesellschaft von als alternativlos erscheinenden neoliberalen Konsumstrukturen bei.

Gegenseitiger Respekt: Voraussetzung für die Umsetzung von SÖ ist zudem der Respekt der Menschen untereinander, sowie gegenüber ihrer natürlichen Umwelt.

Außerdem…

…lehnt SÖ die Vermarktung bzw. „Inwertsetzung“ von Menschen und von der Natur ab, sowie die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen im globalen Süden und Norden.

…stellt sie sich gegen die neoliberale Behauptung, dass der freie Markt sich zum Wohle aller selbst reguliere und dass der Wettbewerb die beste Beziehungsform zwischen den sozialen Akteurinnen und Akteuren sei.

…stellt sie sich gegen die Logik des kapitalistischen Marktes, die besagt, dass menschliche Bedürfnisse nur in Form von Marktgütern befriedigt werden können.

…stellt sie eine Alternative dar, um der weltweit steigenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, indem den ArbeiterInnen und anderen gesellschaftlichen Gruppen größere Teilhabe und Kontrolle an den finanziellen Mitteln zukommt, als dies auf dem kapitalistischen Markt der Fall ist.

…hat die Solidarische Ökonomie das Ziel, die Logik des kapitalistischen Systems zu durchbrechen, in welchem die Zahl derjenigen, die Zugang zu Reichtum haben, immer kleiner wird, während die Anzahl derjenigen, die in Armut und Elend leben, immer schneller anwächst.